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Rheo Martin Pedrazza wurde am 11. November 1924
in Lusern geboren, der zimbrischen Sprachinsel
an der Grenze zwischen den Provinzen von Trient
und Vicenza. In diesem kleinen Ort mit nicht
einmal tausend Seelen besuchte er die
Grundschule. Er begab sich dann bis zu
seinem Abschluss auf der Industrieschule nach
Trient.
Seine Neigung für das Zeichnen und Malen
brachten seine Eltern dazu, ihn im Jahr 1937
bei seinem Landsmann Rudolf Nicolussi in die
Lehre zu schicken. Dieser war Bildhauer und
hatte sich bereits seit Jahren in Bozen
eingerichtet, wo er einen Laden betrieb.
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Im Jahr 1942 mussten sich die Einwohner Luserns
entscheiden, ob sie in Italien bleiben oder
auf das Gebiet des damaligen deutschen Reiches
umsiedeln wollten. Die Familie Pedrazza
entschloss sich zur Umsiedlung. Die Reise
führte zunächst nach Hallein, dann nach Linz
und fand dann endgültig in Stams bei
Innsbruck ein Ende.
1943 wurde Martin in die Wehrmacht eingezogen. Nach
seiner Gefangenname musste er einige Zeit in einem
französischen Kriegsgefangenenlager zubringen.
Nach dem Krieg besuchte er in den Jahren 1946-47 die
Staatsgewerbeschule in Innsbruck und ab 1948 die
Akademie der schönen Künste in Wien. Nach Abschluss
seines Studiums entschied er sich für den beruflichen
Weg eines freien Künstlers und sedit 1964 gibt er
Zeichenunterricht an einer Oberschule.
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Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen in ganz
Europa gezeigt und einige finden sich in der Gallerie
Belvedere in Wien, im Landesmuseum Ferdinandeum in
Innsbruck, in der Sammlung der tiroler Landesregierung,
in der Sammlung der Raiffeisen RLB Landesbank, im
Dokumentationszentrum Lusern, in der Gemeinde Stams und
in vielen Privatsammlungen. Im Jahr 1982 gab er die
Malerei endgültig auf, um sich dem Schreiben und dem
Studium der Philosophie zu widmen.
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1988 veröffentlichte er das Buch
"Nach- und vorgreifendes Denken aus drei
Jahrzehnten", ein moralphilosophisches
Werk in Form von Aphorismen und 1990
"Unzeitmäßig-Zeitgemäßes", wobei er
heftige Kritik für seine moralischen
Standpunkte provozierte, die sehr stark auf
einem streng naturalisitischen Grundverständnis
des Lebens aufbauen.
In den frühen 90er Jahren zog er sich nach
Stams zurück, wo er das Pedrazzeum erschuf. Er
gestaltete das eigene Haus in einen
Kokon-artigen Organismus um: Die Wände sind
vollständig mit seinen gezeichneten Werken
tapeziert. Im Garden erschuf er
kaleidoskopische Säulen und Maurerarbeiten die
mit Flaschen und verschiedenartigen anderen
wiederverwendeten Materialien geschmückt sind.
All dies tat er bis heute ohne jemals seine
zimbrischen Ursprünge in den Bergen zu
vergessen.
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Aus Liebe zu seinem Geburtsort schenkte er dem
Dokumentationszentrum Lusern 35 Bilder und
Zeichnungen sowie die Räumlichkeiten seines
Elternhauses, die sich in seinem Eigentum
befanden. Dank der
Unterstützung der Region Trentino-Südtirol,
der Autonomen Provinz Trient und der Gemeinde
Lusern sind diese nun saniert und zur
Pinakothek ausgebaut worden.
Für Informationen und Besuche der
Pinakothek:
Centro Documentazione Luserna
via Trento 6
38040 Luserna (TN)
Telefon: (0039) 0464-789638
Mail:
turismo@lusern.it |
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